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Spieler und Trainer - ein Spagat
Theesens Tim Daseking kommt 2010 mit Arminias U 17 wieder
Bielefeld (WB/jm). »Ich verspüre eine große Vorfreude«, sagt der scheidende Theesener B-Juniorencoach Tim Daseking. Am 13. Juli leitet der 24-Jährige das erste Training beim U 17-Bundesligisten DSC Arminia.
Innerlich fühlt sich der Student schon als »Blauer«, hat alle wesentlichen Planungen für die neue Herausforderung längst erledigt. Sein »Co« wird der jetzige U 16-Trainer Björn Korte, Betreuer Andreas Schneider (U 16), und Physiotherapeut bleibt Sören Heidemann. »20 Jungs bilden den neuen Kader«, erklärt Daseking, der den Theesener Sascha Schmikal mitnimmt. Auch Marvin Höner zieht es von der Gaudigstraße zum DSC - er kommt in den U 16-Almbuben zum Einsatz. Externe Zugänge sind Bastian Göcke (Rheine), Alexander Deucker (Kirchlengern) und der Gütersloher Fatih Gürer.
Die große Begeisterung, mit der Daseking die Aufgabe angeht, soll sich aufs Team übertragen. Um zu einer funktionierenden Einheit zusammenzuwachsen, steht in der Vorbereitung auch ein Tennis-Doppelturnier an.
Für zunächst drei Jahre hat sich Tim Daseking an Arminia gebunden. Abgesprochen ist, dass er - so oft es der Zeitplan zulässt - weiter für den Landesligisten VfL Theesen spielen darf. »Bei Arminia trainiere ich in einem hochprofessionellen, leistungsorientierten Umfeld. Da ist es klar, dass die aktive Laufbahn in den Hintergrund tritt. Aber ich möchte auf keinen Fall ganz aufhören«.
Neuer Theesener B-Juniorentrainer wird Wolfgang Klee, dessen U 15 Hans Danner übernimmt.

Turniersplitter
Dauereinsatz: 19 Schiedsrichter, darunter mit Natalie Fichtner (BV Werther) auch eine Frau, leiteten die insgesamt 27 Partien. Weil am Montag viele Referees wegen des Ligaspielbetriebs abgezogen werden mussten, gab Sebastian Moritz ein (starkes) Comeback.
Trainerabend: Der lockere Trainer- und Betreuerabend in der Musikkneipe »Edelweiß«, initiiert von Tim Daseking und Sebastian Scherer und erstmalig in dieser Form durchgeführt, war ein voller Erfolg.
Wasser marsch: Die Freiwillige Feuerwehr Theesen wässerte die Anlage mit 15 000 Litern, um den Teams das satte Grün zu erhalten.

Die Hoffnungen ruhen auf Zimmer 517 - Trinks und Thy vor großer Zukunft
Bielefeld (dete). Wenn Florian Trinks und Lennart Thy ihr Zimmer mit der Nummer 517 des Werder-Internats verlassen, schauen sie durch die großen Fenster im Flur direkt in den Innenraum des Weserstadions. Wenn erstgenannter seinen Namen in die Internet-Suchmaschine Google eintippt, wird dem Bremer Spielmacher als zweiter Treffer der Verweis auf ein Video angezeigt.
Da steht er im Finale der U-17-Europameisterschaft 28 Meter vor dem holländischen Tor. Das pure Selbstvertrauen ausstrahlend, wartet er darauf, einen Freistoß ausführen zu können. Dann sieht sich der Blondschopf, wie er anläuft und traumhaft verwandelt. Dann hört er, wie sich die Stimme des ARD-Kommentators gleich mehrmals überschlägt. „Ja“, gibt das Talent schmunzelnd zu, „diese Bilder sehe ich mir schon ab und zu an“.
Mit dabei ist dann oft sein Zimmergenosse und Kumpel Lennart Thy. Die beiden wohnen nicht nur zusammen, sie trainieren auch täglich gemeinsam mit ihren Mannschaftskameraden der B-Junioren von Werder Bremen. Und vor zwei Wochen haben sie den EM-Pokal im eigenen Land gewonnen. „Da besteht schon die Gefahr, abzuheben“, sagt Lennart Thy, versichert aber: „Es gibt genug Menschen, die uns wieder zurück auf den Erdboden bringen.“
Viel Zeit zum Träumen bleibt den beiden Bremer Sympathisanten sowieso nicht. „Wir haben einen äußerst geregelten Tagesablauf“, so Trinks, der unter der Woche um sieben Uhr aufsteht, dann zur Schule geht, anschließend trainiert, um nach Erledigen der Hausaufgaben müde ins Bett zu fallen. Die beidenOffensivspeiler gehen in die elfte Klasse. „Das Abitur wollen wir auf jeden Fall machen“, erzählt Thy, dem jedoch anzuhören ist, dass er sich voll und ganz auf sein großes Ziel fokussiert hat: Bundesligaspieler werden.
„Florian und Lennart sind relativ komplette Spielertypen“, berichtet Werders Co-Trainer Thomas Jahn. „Sie könnten es wirklich schaffen.“
Jahn muss es wissen: In den letzten Jahren war er mitverantwortlich für die kometenhaften Aufstiege von Jungprofis wie Aaron Hunt oder Kevin Schindler.
Doch die beiden Europameister haben auch noch einen Plan B in der Tasche: Florian Trinks könnte sich vorstellen, als Sport- und Fitnesskaufmann zu arbeiten, Kumpel Lennart macht derzeit ein Praktikum in einem Kindergarten: „Da muss ich nicht so lange arbeiten“, sagt er und lacht.
Trinks und Thy lachen viel, sie verstehen sich einfach. Während des Pfingstturniers trugen sie die gleichen neongrünen Fußballschuhe, das blinde Verständnis zwischen ihnen begeisterte die Zuschauer.
Für zwei, beziehungsweise drei Jahre sind sie noch vertraglich an den SV Werder gebunden, nach dem Sommer rücken sie in die A-Jugend auf. Läuft es optimal, werden sie dann bereits langsam an den Profikader herangeführt. Die Beispiele Marin, Gomez und Boateng haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie schnell der Weg über das Theesener Pfingstturnier in die Bundesliga führen kann.
Die Betten auf Zimmer 517 würden dann von den nächsten Bremer Talenten besetzt werden.

Alle lieben Mark - Splitter vom Pfingstturnier
Kriegsgebrüll ist laut
Mit lautem Gebrüll stimmten sich die Brasilianer von America FC auf ihre Spiele ein. „Grito de Guerra“ nennt sich dieser landesübliche Ritus. Früher bereiteten sich die südamerikanischen Krieger damit auf wichtige Kämpfe vor.
Millimeterarbeit ist gefragt
Für optimale Bedingungen ließ es sich VfL-Platzwart Sascha Rolf nicht nehmen, einige zu lang geratene Grashalme mit einer Schere zu kürzen.
Mark ist umschwärmt
Darüber, dass einige Teams einen Fanclub haben, kann Theesens Mark Neumann nur müde lachen. Der sympathische Angreifer des VfL zog die jungen Sportplatz-Schönheiten im Alleingang an: „Der ist total süß“, sagte einer seiner zahlreichen weiblichen Fans. Ihren Namen und ihre Telefonnummer wollte die attraktive Blondine nicht hinterlegen.
Der Profi-Bus ist bequem
Eine entspannte Anfahrt hatten die Spieler der TSG Hoffenheim: Mit dem Mannschaftsbus der Bundesliga-Profis wurden sie nach Theesen gefahren und durften auf jenen edlen Plätzen sitzen, die sonst von Demba Ba und Co. belegt werden. (dete)